Kasseler SV 1951 e.V.

MITGLIED DES HESSISCHEN FUSSBALLVERBANDES e.V. UND IM LANDESSPORTBUND HESSEN e.V.

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Teil II: Die Gründung

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Von Dieter Mentel

Chronik

Ich bin geneigt, die Vereinschronik mit „Es war einmal“ zu beginnen. „Es war einmal“ deshalb, weil die Gründungsvorbereitungen im Jahre 1951 so märchenhaft begannen, dass selbst diejenigen, die gern einen neuen Verein in Wehlheiden „aufmachen“ wollten, nicht an ein gelingen glauben konnten. Doch der Zusammenschluss des Kasseler Sportvereins mit dem VfL Hessen zum KSV Hessen hatte den Wehlheider Lokalpatriotismus wachgerufen.

So geschah es dann, dass sich an einem Abend im Juni 1951 einige Sportfreunde, u.a. Heinz Damm, Heinrich Goßmann, Werner Wilhelm, Rudi Gerland in der Weinstube Boos zusammensetzten und die Möglichkeit einer Gründung eines neuen Vereins erörterten. Man wurde sich einig und in den nächsten Tagen waren Erkundigungen beim Fußball-Bezirk eingeholt. Nun hieß es nur noch Mitglieder werben und Leute finden, die den Vorstand übernehmen würden. Am 26. Juli 1951 war es dann soweit: Die Gründungsversammlung des „SV Wehlheiden“, durchgeführt Lokal Wüstneck (im Volksmund „Zur letzten Träne“ wegen seiner Nähe zum Friedhof genannt), konnte dem Landessportbund Hessen folgenden Vorstand melden:

 

1.     Vorsitzender Karl Brostmeyer
2.     Vorsitzender Erich Reitz
Beisitzer Heinrich Lingelbach
1.     Schriftführer Gerhard Wilhelm
2.     Schriftführer Heinz Sinzig
1.     Kassierer Arthur Günther
2.     Kassierer Kurt Kampe

Wie schwer es dieser Vorstand hatte, der sicher aus der Not geboren war, konnte man in der Folgezeit an den häufigen Positionswechseln erkennen. Man hatte auch ganz allgemeine Hindernisse zu überwinden, die man vorher nicht einkalkuliert hatte. Dennoch wurden Sie mit eisernen Willen geschafft: Die ersten Trikots wurden auf „Pump“ gekauft, der erste Ball durch eine Umlage besorgt! (Geradezu undenkbar für unsere heutige Hand-aufhalten-Epoche!). Übrigens, das erste Spiel des SV Wehlheiden wurde in Dörnberg ausgetragen und endete 4:4. Es wurde von folgenden Spielern bestritten: Goßmann, Gerland, Krug, Höhne, Damm, Wilhelm, Peter, Horchelhahn, Vialon, Schäfer und Steinbach.

Die erste Jahreshauptversammlung des SVW fand am 4. Januar 1952 statt. Hier tauchen bereits in der Vorwahl andere Namen in den Positionen auf: Walter Hiege (Spielausschussobmann), Christel Romeis (Jugendleiter) und Pletsch (Trainer). Nach der Wahl der von 61 Mitgliedern (!) besuchten Versammlung stellten sich dem mit großer Mehrheit gewähltem Vorsitzenden Heinrich Lingelbach folgende Sportkameraden zur Verfügung: Fritz, Schneider, Sinzig, Brostmeyer, E. Lochowicz, H. Lochowicz, Schohr, Reitze, Hiege, Chr. Rohmeis, Berneburg, Brüssing, Grebe, Spohr, Keller und Kucklik.

Interessant, dass bereits in der folgenden, wieder von 41 Mitgliedern besuchten Monatsversammlung, die bereits schon 3 Wochen später stattfand, erstmals eine Namensänderung erwogen wird. Im Protokoll von damals heißt es wörtlich:  Spk. Lingelbach stellt die unter den Mitgliedern verbreitete Meinung betr. Der Namensänderung des SVW zur Debatte. Die Namen Tura und Tura 1951 werden von einzelnen Mitgliedern genannt. Der Antrag für eine Fusion mit der Wehlheider Turngemeinde wird eingebracht. In beiden Themen wird aufgrund derzeitiger Verhältnisse keine Einigung erzielt…“

Im Protokoll der Monatsversammlung vom März 1952 taucht erstmals der Name Wirth auf, als er von dem ausscheidendem Schohr das Amt des zweiten Kassierers übernimmt, das er aber schon einen Monat später „wegen Krankheit“ an den Sportkameraden Grebe abgibt. Von hier an führt Walter Hiege die Kassengeschäfte für mehrere Jahre.

In die erste Punktspielrunde geht unsere 1. Mannschaft am 7. August 1952. Dem kurz zuvor neu gewählten Spielausschuss mit Obmann Karl Asthalter und Vertreter Heinrich Goßmann standen folgende Akteure zur Verfügung: Schilling, Kettler, Tuschik, Wiegand, Rehbein, Dieling, Schäfer, Becker, Böttcher, Spohr, Zöllner, Wilhelm, Anacker, Vialon, Hartung, Rose, Peter, Motz, Goßmann, Gerland, Krug, Höhne, Damm, Horchelhahn, Vialon und Steinbach. (Diese Namensangaben wurden, da keine Unterlagen aus dieser zeit auffindbar waren, aus dem Gedächtnis einiger älterer Mitglieder zusammengetragen. Sie entsprechen daher keiner Exaktheit.) Die Mannschaft, die von Henner Pfeiffer betreut wurde, konnte nach Abschluss der ersten Spielsaison schon einen beachtlichen 8. Platz und in der folgenden Spielzeit 1952/53 sogar den 4. Rang belegen. Ferner verfügte der Verein bereits schon über eine zweite Mannschaft, sowie eine A-, B- und C-Jugend.

Eine leidliche Sache war sehr oft die Sportplatzfrage zu dieser Zeit. Die „Sülze“ war durch den VfB Süsterfeld belegt und es gab lange Zeit Kompetenzschwierigkeiten bis endlich im Juli 1953 ein Unterpachtvertrag abgeschlossen wurde, wonach an jedem zweiten und vierten Wochenende im Monat der Platz dem SV Wehlheiden zur Verfügung stand.

Zuvor hatte am 9. Januar 1953 die zweite Jahreshauptversammlung stattgefunden, die als Kandidaten für den Posten des ersten Vorsitzenden die Sportkameraden Lingelbach, Fritz, Puff, Hiege, Röth und Rose vorschlug. Im Verlauf der Wahl gab es ein Kuriosum: Lingelbach, der zunächst gewählt wurde, trat später – so protokollarisch festgehalten – „im Interesse der Fußballabteilung als 1. Vorsitzender zurück und erklärte sich bereit, das Amt des Spielausschussobmann anzunehmen“. Die Versammlung wählte dann den Sportkameraden Fritz zu seinem Vorsitzenden und den Schilling zu seinem Stellvertreter. Die weiteren Vorstandsmitglieder waren Damm, Starke, Rose, Hiege, Grebe, Chr. Rohmeis, Puff und Schulze. Die folgende Zeit sollte eine etwas unruhige im Verein werden. Ich möchte hier keineswegs auf Einzelheiten eingehen. Aber wenn man sich das Protokoll jener zeit ansieht, stellt man fest, dass da ein kleiner Zwiespalt bestand. Beschlüsse mit 17:15 Stimmen sagen viel und Abmeldungen, zum Teil von Vorstandsmitgliedern, spielgelten sich in diesen Beschlüssen wieder. Dadurch waren nicht selten Positionswechsel vonnöten: Am 5. Juni 1953 löst Hans Starke Lingelbach, dem man Veruntreuung vorwirft und ihn deshalb ausschließt, als Spielausschussobmann ab, Sportkamerad Walter Puff, bereits schon Ball- und Gerätewart, sowie im Vergnügungsausschuss tätig, übernimmt das Amt des zweiten Vorsitzenden und Willi Wirth übernimmt von Oto Spohr die Schülerabteilung, die Heinrich Goßmann trainiert.

Nun, wo kriselt es nicht mal und heißt es nicht: Auf Regen scheint Sonne? – Durch gesellige Veranstaltungen, wie Preisschießen, Stiftungsfest und dergleichen, wurde versucht, den „Riß“ erst mal wieder zu kitten, was schließlich auch gelang. Auch wurde zu diesem Zeitpunkt erstmals die Gründung einer Altherren-Mannschaft erwogen, womit Christel Rohmeis sich befassen will. Den Verein zum „e.V.“ wird ebenso vorgeschlagen, wie man erneut über eine Namensänderung diskutiert. Diesmal schlägt man vor: Herkules. Es blieb letztlich, wie auch nicht endgültig, beim alten Namen.

Dann kam die dritte Jahreshauptversammlung, Hier war unverkennbar, dass sich nun ein echter, guter Kern gebildet hatte, aus dem eine gute Frucht „wachsen“ konnte. Und ganz besonders einem Mann ist die se „Saat“ zuzurechnen: Walter Puff. Mit seiner großen Liebenswürdigkeit, einer glänzenden Kameradschaft und einem überaus großen Arbeitseinsatz bis in die heutige Tage, und das ganz besondere für die Jugend, hat er sich selbst ein bleibendes Denkmal gesetzt.

Die Versammlung, am 29. Januar 1954 im „Schönfelder Eck“, wählte ihn mit großer Mehrheit zum neuen Vorsitzenden und anerkannte damit seine bisherigen Leistungen für den Verein. Ihm zur Seite wurde gewählt: Die Sportkameraden Schulz, Hiege, Goßmann, Starke, Prüssing, Schember. Müller, Rohmeis, Reitz und Freitag. Im Sommer erlebte dann der Verein durch den Zugang von etwa 20 Aktiven einen enormen Aufschwung. Es waren dies zum einen Fritz Weißmanns „Steinhängerelf“, wie sie sich selbst scherzhaft bezeichnete und zum anderen die „03er Reservisten“, die schon in der Nachserie der Saison 1954/55 in den Spielbetrieb eingreifen konnten und entscheidenden Anteil am Aufstieg in die A-Klasse hatten.

Dieser großartige spielerische Aufschwung brachte auch in gesellschaftlicher Hinsicht sehr viel Positives. Und ich will hier in aller Deutlichkeit sagen, was die Voraussetzung für ein harmonisches Vereinsleben ist: Es ist das Zusammengehörigkeitsgefühl, was damals einfach da war und worum sich alle bemühten, nicht nur die Älteren zu den Jüngeren…

Erinnern wir uns den gelungen Veranstaltungen, die in der Folgezeit über die Bühne gingen, so der Frühlings und Stiftungsfeste, Weihnachtsfeiern und anderen Vergnügungen, die zum Hauptteil von unseren eigenen Mitgliedern bestritten wurden. Einer, der hier immer sehr aktiv war,  war Wolfgang Mentel. Denken wir an die Sketche, die er mit „Puppchen“ Jentsch aufführte oder an die von ihm inszenierten Laienspiele, bei denen er beispielsweise mit der schon viele Jahre in Amerika lebenden Lotti Laudien oder ein anderes Mal mit Hilde Graf agierte.

Überhaupt haben unsere Frauen ein großes Stück Vereinsgeschichte mitgeschrieben. Stellvertretend für alle möge hier eine stehen, die zwar seit vielen Jahren nicht mehr unter uns weilt, aber dennoch unvergessen ist: Marie Kolbe. Mit geradezu mütterlicher Besorgtheit teilte sie Freud und Leid mit „ihren Jungens“. So kam es nicht von ungefähr, dass manche sie mit Mutter anredeten. Und wie glücklich war sie, als die den Spielern, die 1957 nach dem entscheidenden Sieg über Kleinenglis den Aufstieg zur II. Amateurliga geschafft hatten, ein Sträußchen überreichen und eine Siegerschärpe umhängen konnte!

Man möge mir diese kleine Sentimentalität verzeihen und dass ich dabei etwas von der trockenen Chronistik abgewichen bin. Hierzu muss ich ergänzen, dass das bedingt ist. Denn leider ist ein Protokollbuch der Jahre 1954 bis 1960 nicht im Besitz des Vorstandes. Vielleicht erinnert sich jemand beim Lesen dieser Zeilen auf welchem Dachspeicher er es „vergraben“ hat!

Gerade Ende 1954 geschah nämlich etwas Entscheidendes. Wie zuvor schon zweimal vermerkt, gab es immer wieder einige Mitglieder, die eine Namensänderung des Vereins befürworteten. Einer, der hierfür bereits längere Zeit plädiert hatte, und sich dann auch sehr stark machte, war unser, erst vor wenigen Jahren verstorbener, damaliger Kassierer Walter Hiege. Er ließ, gemeinsam mit Walter Puff und Hans Starke, der später auch einige Jahre unseren Verein führte, auch da nicht locker, als der erste Beschluss vom Amtsgericht mit einer Ablehnung beim Verein eintraf. Hierin hieß es wörtlich:

„Der Antrag auf Eintragung des „Kasseler Sportverein 1951“ wird zurückgewiesen, weil der Name des Vereins sich von dem des unter V R 136 in dem Vereinsregister eingetragenen „Kasseler Sportverein Hessen“ nicht deutlich unterscheidet“

Der vom Amtsgericht Dr, Wagener unterzeichnete Beschluss trägt das Datum vom 11. September 1954. Die von Sportkamerad Hiege fristgerecht eingebrachte Beschwerde hatte den Erfolg. Wir wurden durch den Notar Dr. Philipp Schröder vertreten. Das Landgericht beschloss am 4. November 1954:

„Auf die sofortige Beschwerde des Vereins wird der Beschluss des Amtsgerichts Kassel vom 11. September 1954 aufgehoben. Das Amtsgericht wird angewiesen, den Eintragungsantrag nicht aus dem in den angefochtenen Beschluss niedergelegten Grunde abzulehnen.“

Es folgt dann eine längere Begründung, von der hier ein Auszug gebracht wird, der interessant scheint:

„… Gemäß §§ 57 II, 60 I BGB ist ein Eintragungsantrag eines Vereins dann abzulehnen, wenn sich sein Name von dem Namen eines an demselben Orte bestehenden, eingetragenen Vereins nicht deutlich unterscheidet. Der Name „Kasseler Sportverein 1951“ unterscheidet sich aber von dem Namen „Kasseler Sportverein Hessen“ deutlich. Es sind hier Unterschiede vorhanden, die dem lesen oder Hören nicht entgehen können. Denn die Worte „Kasseler Sportverein“ sind soweit farblos, dass eine deutliche Unterscheidung in dem Zusatz „Hessen“ einerseits und „1951“ andererseits gewährleistet ist. Richtig ist zwar, dass der „Kasseler Sportverein Hessen“ beim Publikum unter dem Schlagwort „KSV“ allgemein bekannt ist und eine große Zugkraft ausübt. Aus der Satzung des Beschwerde führenden Vereins ergibt sich aber nicht, dass er etwa jene Abkürzung für sich verwenden will; es ist auch nicht vorauszusehen, ob überhaupt im Verkehr sich eine Abkürzung für ihn, die zur Verwechslungsgefahr führen könnte, einbürgern wird…“

Natürlich hatte man bei uns nicht im Sinn, sich des Kurznamens „KSV“ zu bedienen. Vielleicht war es bei den Verfechtern eher das Bedürfnis sich einen Namen zurückzuholen, der den Wehlheider Fußballern durch die Fusion abhanden gekommen war!

Vielleicht darf ich als Chronist und damals sehr junges Vereinsmitglied sagen, dass ich als publizistisch wirkungsvollen Namen „Kasseler SV“ vorschlug, der allgemein akzeptiert wurde. Unter diesem Namen sind wir seit über 20 Jahren bekannt. Er hatte stets einen ausgezeichneten Klang…!

Ich erwähnte zuvor schon, dass uns von den Jahren 1954 bis 1960 die Unterlagen fehlen. Das heißt, dass ich, wolle ich hier Namen nenne, sie aus meinem und anderer Leute Gedächtnis“ zusammendichten“ müsste. Darum möchte ich mich auf einige wenige beschränken, die vielen Sportfreunden noch in Erinnerung sind. Ich denke dabei an den Sportkamerad Hans Starke, der nicht nur 1. Vorsitzender bei uns war, sondern auf einigen anderen Posten eine rege Aktivität – und das über viele Jahre – zeigte.

Ende der 50er Jahre war ein weiterer Mann dem Verein von großem Nutzen. Es war Otto Türk. Ein Mann mit äußerst guten Verbindungen. Er leistete in Verhältnismäßig wenigen Jahren – die „Vereinnahmung“ der Betriebssportgruppe der Strafvollzugsbehörde inbegriffen -  doch einiges, und daher sollte man ihm seinen Abgang heute verzeihen.

Wenn ich an früherer Stelle von unserer Marie Kolbe sprach, so habe ich etwa nicht ihren Mann, Heinrich Kolbe, vergessen. Auch er leitete längere Zeit den Kasseler SV. Und bei ihm war es weniger das Federführende, Auftrumpfende, als das Herzliche, Einfühlende. – Natürlich könnte man noch eine Anzahl von Namen nennen. Dennoch weiß man auch dann nicht, ob man es richtig gemacht hat. Trotzdem kann man Sportkameraden wie Hermann Buchmann, Kurt Rudolph, Ernst Böhnert, Willi Wirth, Kurt Heubach, Hans Rohmeis, Wilhelm Laudien, Karl Fießler, Hans Grebe, Gustav Sasse, total wahllos aus dem Gedächtnis hier aufgezählt, und stellvertretend für die vielen anderen, nicht ungenannt lassen.

Einen muss man aber noch etwas hervorheben. Ich meine unseren Walter Müller, der nicht nur über 10 Jahre den ersten Vorsitz hatte, sondern auch neben anderen Positionen im Vorstand einige Jahre sein Können auf dem grünen Rasen bewies.

Nun sei’s genug der vielen Namen. Wir wollen jetzt ein Kapitel streifen, dass unsere belgischen Freunde vom Kasseler SV schrieben. Unser Verein erlebte durch ihren Zugang in jeder Hinsicht einen Höhenflug. Nicht nur allein, dass „unsere Belgier“ eine komplette Mannschaft stellten (wie sie es heute in Lüdenscheid auch tun), sondern es spielten Alfons Vandervoort und Josef Dierinck weit über hundertmal im Wehlheider Dress und das mit großartigem Erfolg. Ihr Abschied vor 5 Jahren hat eine große Lücke gerissen.

Wir wissen aber mit Sicherheit, dass einige mit Tränen in den Augen abschied nahmen und ich höre noch, wie Toni Wyns immer gesagt hat: „Isch bin ein Wäl-eider!“ – Ja, wenn man 15 Jahre dort gelebt hat…

Nun, diese „Wehlheider Belgier“ konnten nicht nur Fußball spielen, sie wussten auch Feste zu feiern. Und ganz besonders in diesen Tagen unseres Jubiläums kommt es uns einmal mehr zum Bewusstsein, was sie uns bedeuteten. Wir können uns immer wieder bei ihnen bedanken und freuen uns selbst darüber, wenn uns ihr Dank, für die Zeit, die sie mit uns in herzlicher Freundschaft verbringen konnte, erreicht.

Eine rührende, ständige Verbindung wird noch immer zu unserem Vorsitzenden Conrad Schaumburg aufrechterhalten. Damit habe ich den Namen des Mannes genannt, der heute, knapp 85jährig, wieder an der Spitze des Kasseler SV steht. Das heißt, der Ehrenvorsitzende, zu dem ihn die Generalversammlung am 9. Februar 1973 durch den neugewählten Vorsitzenden Jürgen Knauf ernannte, ist „degradiert“. Sportkamerad Knauf hatte nach zweijährigem Ringen das Handtuch geworfen, „wegen mangelnder Mitarbeit, sowie aus persönlichen und beruflichen Gründen“. So musste unser „Mädchen für alles“ seinen Ruhesessel verlassen und sich wieder auf den harten Arbeiterschemel setzen. Aber unser Conrad weiß: Wer rastet, der rostet! Und das will er selbst auf gar keinen Fall. – Wir können nur wünschen, dass uns seine aktive Schaffenskraft noch lange erhalten bleiben möge, zum Wohle unseres Kasseler SV. Zum Schluss ein paar Sätze in eigener Sache. Ich möchte mit diesen nicht Sie, werter Freund unseres Vereins, der Sie vielleicht rein zufällig diese Festschrift zu unserem 25jährigen Bestehen in die Hände bekommen haben, ansprechen. Mir lieg es auch fern, diese Worte an die Sportfreunde zu richten, die sich jederzeit in den Dienst der Sache gestellt und um das Wohlergehen unseres Vereins gesorgt und mit sachlicher Kritik Positives erreicht haben. Vielmehr möchte ich mich an diejenigen wenden, die selten oder nie bereit sind, Taten sprechen zu lassen. Die ihre Kritik in Form von Thekengesprächen üben. Sie schaden nicht nur dem Verein nach außen hin, sondern nehmen auch denen noch die Lust zur Arbeit, die als wahre Idealisten – und deren gibt es wenige in der heutigen Zeit – viel für den Verein leisten. Ich glaube zwar, dass dies auch in anderen Vereinen kaum anders ist, aber welch schwacher Trost ist das.

Gerade jetzt wurde wieder deutlich, dass immer wieder dieselben Leute zur Mitarbeit bereit sind. Die Riesenvorbereitungen, die solch ein Jubiläum erfordern, liegen auf den Schultern Einzelner. Auch in dieser Festschrift kann man das erkennen, denn man findet nur eine Handvoll Autoren und das, obwohl der Vorstand durch den zweiten Vorsitzenden Wolfgang Mentel in einem Rundschreiben um Beiträge gebeten hatte. Daraufhin ist nicht eine Zeile bei mir eingetroffen. Ich kann nur sagen, dass ich nichts anderes erwartet hatte… Traurig, aber wahr! Aber ich bin jetzt schon gespannt, was ich nach Meinung der Besserwisser hätte alles besser machen können. Ich habe jedenfalls mein Bestes versucht und das nicht nur mit dieser Festschrift. Schließlich bin ich seit über 21 Jahren in diesem Verein der Presse- und Werbewart. Neben vielen Arbeiten, die ich verrichtet habe, möchte ich nur an eines erinnern, nämlich an das kleine blau-weiße Dreieck – unser Vereinsabzeichen – welches nach meinem Entwurf entstand. Leider musste ich es in den letzten Jahren immer mehr auf den Trikots unserer Spieler vermissen. Ich will nicht hoffen, dass man sie lieber als lebende Litfaßsäulen sehen möchte! Ich konnte diesen Rückblick nicht beschließen, ohne ein paar „Spitze Pfeile“, keine giftigen, abgeschossen zu haben. Ich tue das hier in dieser Schrift, also öffentlich und nicht hinten herum. Und das sollten gerade Sie, oder Sie, oder auch Sie genauso tun.

Besser wissen ist sehr wenig – besser machen sehr viel!

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 28. April 2011 um 15:58 Uhr  

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